15.01.2013 13:37

Geteilte Freude für Groß und Klein - Teil 2

Heute geht es nun endlich weiter mit dem Thema: Das Kind als Sozius. Im letzten Beitrag haben wir die wichtigsten allgemeinen Punkte bereits behandelt, doch dieses Thema ist so wichtig, dass es heute nun einen zweiten Teil gibt, in dem wir uns vor allem mit der Schutzkleidung befassen möchten.

Die Branche hat schon vor langer Zeit reagiert und erkannt, dass viele Eltern gern gemeinsam mit ihren Kindern das Zweirad nutzen. Daher gibt es heute eine große Auswahl verschiedener Schutzkleidungen und Zubehör für die Kleinen. Was einen Vorteil hat, hat meist aber auch einen Nachteil und dieser Nachteil sind in diesem Bereich ganz klar die Billig-Produkte, welche mehr versprechen als sie halten können. Zu diesem Thema möchten wir einfach nur sagen, dass man sich die Produkte sehr gut anschauen sollte, denn was gibt es schon wichtigeres als die Sicherheit des eigenen Kindes. Ein TÜV-Siegel ist schon mal ein guter Indikator für sichere Schutzkleidung.
Bei der Wahl der Schutzkleidung muss man bei Kindern auch beachten, dass die Kleidung nicht nur das Kind schützen muss, sondern auch wärmt. Die Kleinen kühlen nämlich viel schneller aus als wir Erwachsenen. Anders als bei der normalen Alltagskleidung muss Motorrad / Motorroller-Kleidung wirklich passend gekauft werden. Kleidung, in die das Kind erst hineinwachsen muss, ist ungeeignet.
Das wohl wichtigste Kleidungsstück ist der Helm. Hier sollte auch nicht gespart werden, aber ab gut 100 Euro bekommt man einen guten Kinderhelm. Er muss speziell für Kinder ausgezeichnet sein, denn dann ist der Helm leichter und für einen Kinder-Kopf gefertigt. Durch das geringere Gewicht werden Belastungen für Schulter und Nacken verringert. Ein wasserdichter, warmer Kombianzug gehört genau so zur Ausstattung wie die passenden Schuhe. Diese müssen nicht speziell für das Zweiradfahren gekauft werden, sollten aber fest sitzen und ebenfalls wärmen.
Eine erwähnenswerte Möglichkeit ist, neben dem Kauf, das einen der Schutzkleidung. Einige Händler haben sich auf das Verleihen von Schutzkleidung für Kinder spezialisiert, alternativ kann man diese auch beim Bundesverband der Motorradfahrer e.V. gegen eine Monatsgebühr ausleihen. Da die Kinder sehr schnell aus teurer Schutzkleidung herauswachsen ist dies eine echte Alternative für Vielfahrer.

Wer keinen Kindersitz mehr braucht, sollte sich einen speziellen Gurt anschaffen. Dieser wird von Fahrer umgelegt, über der Bekleidung natürlich, und dient dem Kind als Haltemöglichkeit. Dies ist wesentlich besser als sich an seitlichen Haltegriffen festzuhalten.
Wer noch einen Kindersitz einsetzt, muss unbedingt auf das TÜV-Siegel achten. Am besten man lässt sich im Motorrad Fachhandel beraten.

Das Thema Fahrverhalten und Tipps für die ersten Fahrten werden wir dann im nächsten Blogbeitrag behandeln und damit dann auch die Serie über das gemeinsame Fahren abschließen.



 

06.01.2013 18:43

Geteilte Freude für Groß und Klein

Nachdem die beiden Blogbeiträge über das Fahren mit Sozius bei unseren Besuchern offenbar sehr gut angekommen sind haben wir uns dazu entschlossen diese Woche wieder dieses Thema zu behandeln, nur möchten wir uns diesmal auf das Fahren mit Kindern beschränken. Natürlich gelten alle allgemeinen Tipps der anderen Beiträge auch bei einer gemeinsamen Fahrt mit dem Sohn oder der Tochter, doch gibt es auch einige Punkte die man speziell bei Kindern beachten sollte.

Wer neben dem Roller auch ein Auto besitzt wiese natürlich auf welche Dinge man achten muss, wenn ein Kind mit ihm Auto fährt. Hier wird bei kleinen Kindern ein Kindersitz verwendet, der Gurt ist immer geschlossen und man hat immer ein Auge bzw. Ohr beim Kind. Diese Möglichkeiten hat man bei der Fahrt auf einem Scooter oder einem Motorrad nicht.
Viele Eltern wissen auch nicht, ab wann sie Ihrem Kind "erlauben" können, auf dem Roller mitzufahren. Vom Gesetzgeber kann man hier keine Hilfe erwarten, es gibt nämlich kein vorgeschriebenes Mindestalter ab dem ein Kind als Sozius mitfahren darf. Es gibt allerdings die Vorschrift, dass Kinder unter 7 Jahren auf einem speziellen Kindersitze mitfahren müssen. Dieser soll sicherstellen, dass die Beine des Kindes nicht in die Räder geraten können. Für Kinder ab 7 Jahren gibt es keine weiteren Vorschriften. Verfügt der Roller über Haltegriff und zusätzliche Fußrasten ist die Mitfahrt erlaubt.
Eltern müssen nun selbst entscheiden, ob Ihr Kind auf dem Scooter mitfahren darf, hier spielt die körperliche und geistige Verfassung die ausschlaggebende Rolle. Dem Kind muss klar sein, dass es sich unbedingt festhalten muss, nicht herumwickeln darf und die Fahrt im allgemeinen kein Spiel ist. Eine Tour auf dem Zweirad ist für ein Kind viel anstrengender als für einen Erwachsenen, dies muss unbedingt beachtet werden, vor allem auf längeren Fahrten müssen öfter Pausen eingelegt werden und man muss mit dem Kind sprechen, wie es sich fühlt und ob es sich eine Weiterfahrt zutraut.

Dies sind erst einmal die wichtigsten Punkte, auf die man bei der Ausfahrt mit einem Kind achten muss. Weiter geht es nächste Woche an gleicher Stelle. Dann behandeln wir dieses Thema noch etwas intensiver und widmen uns vor allem auch der Ausrüstung, die das Kind schützen soll.



 

27.12.2012 11:13

Geteilte Freude - Fahren mit Sozius - Teil 2

Wie bereits im ersten Teil zu diesem Thema angekündigt, geht es hier nun weiter mit dem Thema "Gemeinsames Fahren mit Sozius". Heute beschäftigen wir uns mit der Belastung des Rollers, den neuen Fahrverhalten und haben ein paar Tipps für den Sozius vorbereitet, also los geht es.


Der durchschnittliche Motorroller hat keine sehr große Zulade-Möglichkeit. Das zulässige Gesamtgewicht ist daher durch den Sozius schnell erreicht. Man sollte also davon absehen, gemeinsam mit einem Beifahrer auch noch diverses Gepäck zu transportieren (Rücksäcke, Helmfach usw.) Ein Blick in den Fahrzeugschein sollte die eigene Sicherheit schon wert sein. Übersteigt das gemeinsame Gewicht + das Leergewicht des Rollers die zulässige Gesamtgewicht-Marke muss man leider auf die gemeinsame Fahrt verzichten. Ein leistungsstarker Roller ermöglicht hier im Regelfall eine höhere Zuladung, als ein Scooter im unteren Leistungsbereich.
Ist eine gemeinsame Fahrt nach der Gewichtskontrolle möglich, sollte man noch den Luftdruck am Hinterreifen etwas erhöhen (empfohlen wird 0,2 bar) und sofern möglich die Federbeine an die Zuladung anpassen.

Einen Punkt den viele Fahrer unterschätzen, ist das Fahrverhalten des Scooters mit Sozius. Man kennt seine Maschine und weiss wie man in bestimmten Situationen reagiert und wie die Umgebung (z.B. der Wind) die Fahrt beeinflusst. Doch mit einem Beifahrer ändern sich diese Eigenschaften gravierend. Fangen wir wieder mit einer eher leistungsschwachen Maschine an, hier ändert sich nämlich der Bremsweg durch das zusätzliche Gewicht spürbar. In diesem Fall muss auch ein höherer Bremsdruck eingesetzt werden, den man von einer normalen Fahrt nicht gewohnt ist. Natürlich werden so auch die Bremsen an sich stärker belastet. Gleiches gilt für den Motor, denn diese kann den Scooter nicht so stark beschleunigen, was auch dem zusätzlichen Gewicht zuzuschreiben ist.
Die zusätzliche Masse macht das Gefährt auch träger in Kurven oder auch bei einer Ausweichbewegung. Durch die erhöhte Fläche wirkt sich Wind stärker auf die Fahrt aus.

Natürlich ist der Fahrer für die Sicherheit des Sozius zu einem großen Teil verantwortlich, das nötige Vertrauen wurde bereits im ersten Teil angesprochen. Doch der Sozius sollte auch einige Regeln / Tipps beachten. Eine sichere Fahrt ist nur möglich wenn man sich ordentlich festhält, denn dies kann der Fahrer nicht. Festhalten bedeutet hierbei am Fahrer, nicht an der Verkleidung und auch nicht an einem Griff am hinteren Ende des Scooters. Am besten umfasst man die Hüften des Fahrers und schafft so eine Verbindung zwischen den beiden Personen.
Den Kopf lässt man nicht einfach direkt hinter dem des Fahrers. Erst einmal sieht man nichts und kann sich nicht auf Gefahrensituationen einstellen, zum anderen würden die Helme aufeinander schlagen, wenn der Fahrer bremsen muss, für beide Personen nicht unbedingt angenehm.
Vermutet man eine Gefahrensituation muss man als Sozius unbedingt ruhig bleiben. Man hat keine Möglichkeit die Situation positiv zu beeinflussen, hektisches Schreien oder Klammern kann sich nur negativ auswirken, daher ruhig bleiben und dem Fahrer vertrauen. In Kurven auf keinen Fall gegen die Kurve lehnen. Auch wenn man sich mit einem Scooter nicht wie bei einem Motorrad in die Kurve legt kann eine plötzliche Gewichtsverlagerung für den Fahrer eine schwierige Situation hervorrufen. Zu guter letzt noch ein wichtiger Tipp, der leider viel zu oft vergessen wird: Die Füsse des Sozius sind immer, wirklich immer, auf den Fußrasten zu finden. Erst wenn man komplett angehalten hat und der Fahrer das absteigen signalisiert, verlassen die Füsse die Rasten.



 

16.12.2012 15:53

Geteilte Freude - Fahren mit Sozius

Heute beschäftigen wir uns mal wieder mit der allgemeinen Tipps-Reihe, welche sich verschiedenen Aspekten des Roller fahrens annimmt und sicher den ein oder anderen guten Rat für unsere Besucher und Kunden bereit hält.
In diesem Beitrag geht es um das Fahren mit Beifahrer. Eigentlich ein selbstverständliches Thema, doch so einfach ist es nun auch wieder nicht, sonst würden wir ja auch keinen Blogbeitrag darüber schreiben. Es erfordert ein gutes Maß an Vertrauen, sich bei einem Fahrer mit auf die Maschine zu setzen, vor allem, wenn man selber Motorroller- oder Motorradfahrer ist. Man hat schließlich keine Kontrolle über die Maschine auf der man sitzt, kann Brems- und Beschleunigungsvorgänge nur erahnen und ist den Fahrer und seinem hoffentlich vorhandenen Können quasi ausgeliefert.
Klingt alles aber auch schlimmer als es ist, herrscht das entsprechende Vertrauen zwischen Fahrer und Beifahrer kann eine gemeinsame Fahrt für beide ein tolles Erlebnis werden.

Für das Fahren an sich empfiehlt es sich, dass Fahrer und Sozius eine Einheit bilden, das heisst, dass der Sozius sich möglichst dich an den Fahrer herabsetzt und sich an dessen Hüften fest hält. Noch besser wäre es, wenn der Beifahrer festhält indem er die Hüften des Fahrers umfasst, denn nur so bilden beide wirklich eine Einheit, der Fahrer kann dem Sozius beim Kurven fahren mitteilen, wie er sich in die Kurve legen soll und selbst bei etwas stärkerem Anfahren verliert der Beifahrer nicht direkt den Halt. Muss der Fahrer stärker bremsen, kann sich der Beifahrer zur not auch noch am Tank abstützen, zumindest bei einem Motorrad.
Der Beifahrer sollte unbedingt die Füße auf den dafür vorgesehenen Fußrasten lassen, auch denn der Roller hält, zum Beispiel an einer Ampel oder in einem Stau.
Hat man eine Gegensprechanlage, kann man sich während der Fahrt natürlich wunderbar miteinander verständigen. Fehlt diese, so wird eine Kommunikation nur sehr schwer möglich sein. Unbedingt, auch wenn eine Gegensprechanlage vorhanden ist, sollte man mindestens zwei Zeichen vor Antritt einer längeren Fahrt ausmachen. Eines für das "bei nächsten Gelegenheit anhalten" und eines für "Notfall". Letzteres könnte zum Beispiel ein offener Helmriemen oder ein gesundheitliches Problem sein.

Da dieser Beitrag nun doch wieder länger geworden ist als ursprünglich geplant, und noch einige Punkte offen sind, die wir gerne erwähnen möchten, werden wir diese Blogausgabe in 2 Teile teilen. Der nächste Teil wird dann nach Weihnachten folgen.

Wir wünschen allen Kunden eine besinnliche Weihnachtszeit und natürlich auch das eine oder andere Geschenk für den eigenen Scooter.