16.08.2012 11:51
Tags: Verkleidung Verkleidungsteile Leder Lackieren

Verkleidung beziehen statt lackieren - Die Ausführung

Letzte Woche gab es an dieser Stelle die Einführung zu einem sehr speziellem Thema, dem Beziehen von Verkleidungsteilen.
Heute geht es um die Durchführung dieses Vorhabens.


Los geht es

Prinzipiell kann man wohl sicher alle Verkleidungsteile beziehen, aber vielleicht macht es nicht bei allen Bauteilen Sinn, oder entspricht nicht dem eigenen Geschmack. Die Teile, die man bearbeiten will, sollten logischerweise demontiert sein und von Staub und Fett gereinigt sein. Lose Lackstellen sollten ebenfalls entfernt werden.
Die Bauteile werden jetzt auf die Rückseite des Kunstleders gelegt. Sofern möglich legt man gleich alle Bauteile auf die Kunstlederbahn, am besten immer in eine Richtung. So vermeidet man 1. dass man versehentlich eine Vorderseite für eine Rückseite hält und 2. einen Unterschied in der Optik, da der Verlauf ein anderer ist, wenn man die Bauteile kreuz und quer legt.
Das Kunstleder wird nun zugeschnitten, aber nicht genau am Bauteil entlang, sondern mit gut 3cm Zugabe rundherum. Bei tieferen Bauteilen legt man den Stoff um das Bauteil herum, bis man den Rand der Rückseite erreicht, und gibt wieder 3cm hinzu. Hier sollte man lieber zu großzügig als zu geizig sein.
Nach dem Zuschneiden ist es ein guter Zeitpunkt die Heißklebepistole mit Strom zu versorgen, da diese einige Minuten benötigt, bis sie heiß genug ist, um damit arbeiten zu können.
Bis der Heißkleber auf Betriebstemperatur gekommen ist, gibt es aber noch einiges zu tun. Der Föhn kommt jetzt zum Einsatz, mit diesem wird jetzt das Kunstleder erwärmt, was auf die Vorderseite des jeweiligen Verkleidungsteils gelegt wurde. So schmiegt sich das Leder durch die Wärme an das Bauteil und behält nach dem Abkühlen auch diese Form.
Das Leder nimmt man nach dem Abkühlen wieder vom Verkleidungsteil, legt es sich schon einmal parat und trägt nun den Bastelkleber auf das Verkleidungsteil auf. Der Kleber wird dünn und gleichmäßig aufgetragen, an dieser Stelle nicht übertreiben, nicht immer "hilft viel auch viel". Wurde der Kleber mit einem Pinsel aufgetragen geht es sofft weiter, wurden die Finger zum Auftragen verwendet, sollte man sich jetzt schnell die Hände waschen und das Leder auf das Verkleidungsteil von einer Seite aus auflegen. Beim Auflegen wird von einer Seite zur Anderen gearbeitet und das Leder während des Auflegens immer glatt gestrichen. Wer schon einmal eine Fensterfolie oder eine Display-Schutzfolie aufgetragen hat, kennt das Spiel.
Liegt das Leder ordentlich auf, kann man das überstehende Leder kürzen, aber nur auf 1-1,5 cm, dieser Bereich sollte weiterhin überstehen. Überall, wo das Leder jetzt spannt, (meist an Rundungen) schneidet man das Leder ein, allerdings nicht bis an den Rand der Bauteile heran, hier muss ein paar Millimeter (2-3mm) Abstand gelassen werden.
Die einzelnen Lappen, die jetzt entstanden sind, werden unter etwas Spannung nach hinten umgeschlagen und mit dem, inzwischen sicher betriebsbereiten, Heißkleber fixiert. Statt Heißkleber kann auch 2-Komponenten-Kleber genommen werden, das bietet sich vor allem bei Bauteilen an, die sich in der Nähe von Auspuff oder Motor befinden. Wobei ehrlich gesagt die Hitze eines Auspuffs auch dem Kunstleder nicht gut tun würde.


Abschluss

Hat man alles richtig gemacht, sieht das Bauteil nun einfach fantastisch aus und verleiht dem Scooter eine einzigartige Optik. Genau so verfährt man jetzt mit allen Bauteilen, die man mit Leder beziehen möchte.
Noch ein Hinweis: Solange der Bastelkleber feucht ist, kann man noch sehr gut korrigieren und auch das Leder zur Not noch einmal abziehen, wenn man falsch angesetzt hat.


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